Case Study · JTL-Wawi
Kaufland an die JTL-Wawi anbinden
Ein zusätzlicher Verkaufskanal, ohne zweites Backend und ohne doppelte Artikelpflege: Artikel, Preise und Bestände laufen automatisch aus der Warenwirtschaft nach Kaufland, Bestellungen und Retouren kommen in den gewohnten Auftragsprozess zurück.
- System
- JTL-Wawi
- Branche
- Lebensmittel- & Feinkosthandel
Die Ausgangslage
Wo es hakte
Ein zusätzlicher Marktplatz klingt erstmal nach zusätzlichem Umsatz. In der Praxis heißt er für die meisten Betriebe zunächst einmal zusätzliche Arbeit: ein weiteres Backend, in dem jemand Artikel anlegt, Preise pflegt und Bestellungen abholt. Nach ein paar Wochen weiß niemand mehr sicher, welcher Preis wo gilt.
Vier Dinge machen dabei erfahrungsgemäß den Unterschied zwischen Kanal und Baustelle:
Kein doppelter Pflegeaufwand
Wenn Artikel für den Marktplatz getrennt gepflegt werden müssen, läuft das Sortiment innerhalb weniger Monate auseinander. Beschreibungen, Preise und Bilder weichen ab, und niemand weiß, welche Version stimmt.
Keine Überverkäufe
Sobald der Bestand über mehrere Kanäle verkauft wird, entscheidet die Geschwindigkeit des Abgleichs darüber, wie oft du etwas verkaufst, das längst weg ist. Auf Marktplätzen kostet das nicht nur Stornos, sondern Kennzahlen, an denen deine Sichtbarkeit hängt.
Pflichtfelder, die die Stammdaten nicht hergeben
Kaufland verlangt eigene Kategorien und Attribute, dazu gesetzliche Angaben wie die GPSR-Pflichten. Bei Lebensmitteln kommt die LMIV obendrauf: Zutatenverzeichnis, Allergene, Nährwerte und Herkunft, artikelgenau und nicht ungefähr. In einer gewachsenen Warenwirtschaft stehen diese Angaben selten dort, wo der Marktplatz sie erwartet.
Artikelnummern, die in mehreren Formaten vorlagen
Kaufland akzeptiert im Feed ausschließlich 13-stellige EANs. Artikel mit abweichendem Format werden nicht gelistet, und was nicht gelistet ist, bekommt auch keine Preis- und Bestandsaktualisierung. Im Sortiment lagen die Nummern aber in ganz unterschiedlichen Zuständen vor: zwölfstellige UPC-Nummern aus dem US-Handel, achtstellige EANs von kleinen Verpackungen, Gebindenummern für ganze Umkartons und Artikel ganz ohne hinterlegte Nummer. Jeder dieser Fälle braucht eine andere, regelkonforme Behandlung, und einer davon lässt sich überhaupt nicht am Schreibtisch lösen.
Aufträge und Retouren im gewohnten Prozess
Wenn Marktplatzbestellungen an einer anderen Stelle landen als der Rest, entstehen zwei Abläufe im Lager, zwei Wege für Retouren und zwei Wahrheiten in der Buchhaltung. Genau das soll ein neuer Kanal nicht auslösen.
Die Lösung
So funktioniert es
Kaufland wird nicht als eigenes System betrieben, sondern als Verkaufskanal in der JTL-Wawi geführt. Die Warenwirtschaft bleibt die einzige Stelle, an der gepflegt wird. Technisch läuft das über JTL-SCX, die Marktplatz-Schnittstelle von JTL: Die Wawi spricht immer auf dieselbe Art mit SCX, und SCX übersetzt das in das, was der jeweilige Marktplatz braucht.
Das ist der eigentliche Grund, warum sich der Aufwand lohnt: Der Ablauf ist bei allen Kanälen außer Amazon und eBay identisch. Was du für Kaufland einmal aufbaust, trägt bei OTTO, Temu oder Metro genauso. Unterschiedlich sind nur die Registrierung beim Marktplatz und die Zuordnung der marktplatzeigenen Felder.
Zwei Stolpersteine, die nicht an der Schnittstelle lagen
Der erste waren die Lebensmittelangaben. Die Daten lagen in der Warenwirtschaft vor, akribisch gepflegt, das war der größere Teil der Arbeit und der war schon getan. Sie vollständig in die richtigen Marktplatzfelder zu bekommen, ging trotzdem nicht restlos automatisch: Ein Teil musste von Hand zugeordnet und nachgearbeitet werden, bis Zutaten, Allergene, Nährwerte und Herkunft auf dem Marktplatz dort standen, wo sie hingehören. Wer Lebensmittel verkauft, plant diesen Aufwand besser von Anfang an ein, statt ihn kurz vor dem Livegang zu entdecken.
Der zweite war das EAN-Format, und der hatte es in sich, weil er keine einzelne Ursache hatte. Der erste Schritt war deshalb kein Korrigieren, sondern ein Sortieren: den Artikelstamm exportieren und jede Nummer nach ihrem Defekt einordnen. Erst danach war klar, dass hinter dem einen Symptom „wird nicht gelistet" mehrere verschiedene Probleme steckten.
Ein Teil war sauber am Schreibtisch lösbar. Eine zwölfstellige UPC-Nummer wird nach GS1-Standard durch eine führende Null zur EAN-13, die Prüfziffer bleibt dabei gültig. Vierzehnstellige Nummern mit einer bedeutungslosen führenden Null werden entsprechend gekürzt. Jede Korrektur wurde gegengeprüft: Prüfziffer korrekt, keine EAN doppelt vergeben.
Der unbequeme Teil ließ sich nicht wegrechnen. Für Artikel ganz ohne Nummer kann man keine EAN erfinden, Kaufland verlangt ausdrücklich eine offiziell vergebene, die beim Hersteller oder Lieferanten angefragt werden muss. Achtstellige EANs, wie sie für kleine Verpackungen vergeben werden, sehen auf den ersten Blick lösbar aus, sind es hier aber nicht: Die lehrbuchgerechte Darstellung als dreizehnstellige Nummer mit fünf führenden Nullen ist zwar GS1-konform, Kaufland hat sie im Feed trotzdem als ungültig zurückgewiesen. Damit landen diese Artikel bei denen, für die es eine echte EAN-13 vom Lieferanten braucht. Und Gebindenummern für Umkartons taugen nicht als Verkaufseinheit: Wer ein Gebinde verkaufen will, braucht dafür eine eigene EAN und in JTL einen zweiten Artikel, als Stückliste mit Bestandsableitung, damit sich derselbe Lagerbestand nicht doppelt verkauft. Diese Fälle gehören auf den Tisch des Kunden, mit klarer Empfehlung, nicht still übergangen.
Dass an den Nummern auch das Lager hängt, Etiketten, Scanner, Wareneingang, war dabei die ganze Zeit die Randbedingung: Eine Umstellung im laufenden Betrieb durfte dort nichts kaputt machen. Solche Dinge fallen sonst erst auf, wenn der Marktplatz die ersten Artikel ablehnt, und dann steht man mitten im Projekt.
Der Rest ist Handwerk
Die Arbeit steckt deshalb nicht im Anlegen des Kanals, das ist in einer halben Stunde erledigt, sondern in den Zuordnungen dahinter. Kategorien werden einmalig verknüpft, damit neue Artikel automatisch richtig einsortiert werden. Marktplatzfelder werden dynamisch aus den Artikelstammdaten befüllt, statt sie von Hand zu pflegen. Wo Daten fehlen oder uneinheitlich sind, wird das in der Wawi sauber gemacht, nicht im Marktplatz nachgetragen. Danach übernimmt der JTL-Worker den laufenden Betrieb: Bestände und Preise gehen automatisch raus, Bestellungen kommen als ganz normale Aufträge herein, und nach dem Versand geht die Tracking-Nummer automatisch zurück an den Marktplatz.
Kanal einrichten
Händlerkonto und Schnittstellen-Zugang beim Marktplatz, Lizenz im JTL-Kundencenter, Verkaufskanal in der Wawi anlegen. Dazu die Grundeinstellungen, die später niemand mehr anfasst: Retourenlager, Bestandsabgleich, Preisgruppe.
einmalig
Kategorien und Felder zuordnen
Deine Wawi-Kategorien werden mit den Marktplatzkategorien verknüpft, die Pflichtfelder des Marktplatzes dynamisch aus den Artikelstammdaten befüllt. Neue Artikel landen dadurch ohne Zutun an der richtigen Stelle.
der eigentliche Aufwand
Bestände und Preise automatisch
Der JTL-Worker überträgt Änderungen laufend. Verkauft der Ladenverkauf das letzte Stück, sinkt der Bestand auch auf dem Marktplatz, ohne dass jemand daran denken muss.
läuft im Hintergrund
Aufträge und Retouren
Marktplatzbestellungen kommen als normale Aufträge in die Wawi und durchlaufen Kommissionierung und Versand wie alle anderen. Tracking und Versandstatus gehen automatisch zurück, Retouren in das dafür festgelegte Lager.
ein Prozess für alle Kanäle
Das Ergebnis
Was die Lösung im Alltag bringt
- Ein Pflegeort statt zwei: Artikel, Preise und Beschreibungen kommen ausschließlich aus der Warenwirtschaft
- Bestände laufen automatisch mit, quer über alle angebundenen Kanäle, ohne manuellen Abgleich
- Neue Artikel landen über die Kategoriezuordnung von allein im richtigen Marktplatzbereich
- Pflichtfelder werden aus den Stammdaten befüllt, statt für jeden Kanal einzeln getippt zu werden
- Die Lebensmittelangaben nach LMIV stehen vollständig auf dem Marktplatz, inklusive Allergenen, Nährwerten und Herkunft
- Die Artikelnummern sind systematisch klassifiziert: sofort korrigierbare Fälle sauber auf EAN-13 gebracht, die übrigen mit klarer Maßnahme und Zuständigkeit dokumentiert, statt sie im Feed auflaufen zu lassen
- Marktplatzaufträge laufen durch denselben Lager- und Versandprozess wie alle übrigen Bestellungen
- Der Aufbau trägt weiter: Ein zweiter oder dritter Kanal ist danach überwiegend Konfiguration, keine neue Baustelle
Für dein Unternehmen
Das bekommst du
Diese Lösung richte ich auch in deinem Unternehmen ein: angepasst an deine Abläufe und so dokumentiert, dass dein Team sofort damit arbeiten kann.
Einrichtung zum Festpreis, Angebot nach kostenlosem Vorgespräch. Der Umfang hängt davon ab, wie viele Artikel auf den Kanal sollen und wie vollständig deine Stammdaten sind.
- Vorabprüfung: Passt dein Sortiment zum Marktplatz, welche Daten fehlen für die Pflichtfelder, was ist vorher in der Wawi zu bereinigen
- Prüfung der Artikelnummern: Wo liegt eine zwölfstellige GTIN-12 statt EAN-13 vor, und was bedeutet eine Umstellung für Etiketten und Lagerprozesse
- Einrichtung des Verkaufskanals inklusive Lizenz, Zugängen und Grundeinstellungen
- Kategoriezuordnung und dynamische Befüllung der Marktplatzfelder aus deinen Artikelstammdaten
- Kontrollierter Erstabgleich mit einem kleinen Sortimentsausschnitt, bevor das ganze Sortiment live geht
- Einweisung für dein Team: Wie neue Artikel auf den Kanal kommen und woran du erkennst, dass etwas klemmt
- Auf Wunsch die Anbindung weiterer Kanäle auf demselben Aufbau
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Gilt das nur für Kaufland?
Nein. Alle Verkaufskanäle außer Amazon und eBay werden nach demselben Muster angebunden, etwa OTTO Market, Temu, Metro, ManoMano oder MediaMarktSaturn. Unterschiedlich sind die Registrierung beim Marktplatz und die marktplatzeigenen Pflichtfelder. Amazon und eBay laufen weiterhin über ihre eigenen Anbindungen in JTL-eazyAuction.
Kann ich Idealo genauso anbinden?
Nein, Idealo ist ein anderer Fall. Seit der Direktkauf zum 31.12.2022 eingestellt wurde, ist Idealo reiner Preisvergleich: Gekauft wird in deinem Shop, nicht auf der Plattform. Entsprechend gibt es dort keinen SCX-Kanal, sondern einen Datenweg über ein Exportformat oder die Echtzeit-API von Idealo.
Was hat sich durch die Übernahme der ninepoint-Schnittstellen geändert?
JTL hat die SCX-Schnittstellen und das Team von ninepoint übernommen, angekündigt im Februar 2026, wirksam zum 01.04.2026. Für dich heißt das vor allem: kein separates Abo mehr bei einem Drittanbieter, bestehende Verträge sind übergegangen, und Betrieb wie Weiterentwicklung liegen jetzt bei JTL. An der Einrichtung selbst ändert sich nichts.
Was gilt zusätzlich für Lebensmittel?
Zu den allgemeinen Pflichtfeldern und den GPSR-Angaben kommt die LMIV: Zutatenverzeichnis, Allergene, Nährwerte und Herkunft, artikelgenau. Sind diese Daten in der Warenwirtschaft gepflegt, ist der größere Teil geschafft. Der Rest ist die saubere Zuordnung auf die Marktplatzfelder, und dabei bleibt erfahrungsgemäß Handarbeit übrig. Einplanen statt hoffen.
Kaufland verlangt EAN-13, meine Artikel haben zwölfstellige Nummern. Ist das ein Problem?
Lösbar, aber nichts, was man nebenbei erledigt. Eine zwölfstellige UPC-Nummer wird nach GS1-Standard durch eine führende Null zur EAN-13, die Rechnung ist der einfache Teil. Entscheidend ist, was im Lager an diesen Nummern hängt: Etiketten, Scanner, Wareneingang. Das gehört vor der Umstellung geklärt, nicht danach.
Ich habe achtstellige EANs. Reicht es, sie auf 13 Stellen aufzufüllen?
Nach dem GS1-Standard lässt sich eine EAN-8 als dreizehnstellige Nummer mit fünf führenden Nullen darstellen, formal ist das korrekt. In der Praxis hat Kaufland diese aufgefüllte Form aber als ungültig zurückgewiesen. Verlassen würde ich mich darauf also nicht. Wenn Kaufland ablehnt, führt der Weg wie bei fehlenden Nummern über eine echte EAN-13 vom Lieferanten.
Was ist mit Artikeln, die gar keine EAN haben?
Die lassen sich nicht bei Kaufland listen, solange keine Nummer vorliegt, und eine EAN kann man nicht selbst erfinden. Kaufland verlangt eine offiziell von GS1 oder vom Hersteller vergebene Nummer. Der Weg führt dann über eine Anfrage beim Hersteller oder Lieferanten. Genau solche Fälle finde ich in der Vorabprüfung, damit klar ist, welcher Teil des Sortiments sofort online gehen kann und wo noch etwas zu beschaffen ist.
Bei mir werden auf dem Marktplatz keine Bilder angezeigt, obwohl sie am Artikel hinterlegt sind. Woran liegt das?
Das muss kein Übertragungsfehler sein. In einem Fall lagen die Bilder im Kaufland-Backend bereits vor, wurden dort aber nicht als gültig übernommen, sodass die Artikel weiter als bildlos galten. Gelöst wurde das direkt auf Kaufland-Seite: die betroffenen Bilder im Kaufland-Backend erneut bearbeitet und gespeichert, woraufhin die Plattform sie akzeptiert und angezeigt hat, ohne dass sie erneut aus der Warenwirtschaft übertragen werden mussten. Die Reihenfolge der Diagnose ist entscheidend: Sind die Bilder am Artikel nachweislich vorhanden, liegt es eher an einer nicht abgeschlossenen Verarbeitung auf Marktplatzseite als an der Übertragung aus der Wawi.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Den Kanal anzulegen ist eine Sache von Minuten. Der Zeitbedarf entsteht bei den Zuordnungen und vor allem bei der Datenqualität: Je sauberer Kategorien und Attribute in deiner Wawi gepflegt sind, desto schneller geht es. Deshalb schaue ich mir das vorher an und sage dir, was zu tun ist, bevor irgendetwas live geht.
Was kostet der Betrieb laufend?
Die Marktplatzgebühren rechnest du direkt mit dem Marktplatz ab. Auf JTL-Seite brauchst du eine aktive JTL-eazyAuction-Lizenz und ein Auftragspaket, da Bestellungen transaktionsbasiert abgerechnet werden. Was in deinem Fall zusammenkommt, rechne ich dir vor der Entscheidung durch.
Muss ich mein Sortiment vorher aufräumen?
Meistens teilweise, ja. Marktplätze sind strenger als der eigene Shop, gerade bei Kategorien, Attributen und den gesetzlichen Angaben nach GPSR. Das ist kein verlorener Aufwand: Was du dabei in Ordnung bringst, hilft dir auf jedem weiteren Kanal und im eigenen Shop gleich mit.
Soll das auch bei dir laufen?
Erzähl mir in zwei Sätzen, wie dein Ablauf heute aussieht. Ich melde mich mit einer ehrlichen Einschätzung, was möglich ist.
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